Marxistische Perspektiven auf das Grundeinkommen

Marxistische Perspektiven auf das Grundeinkommen. (Beitrag auf der Website „Die Freiheitsliebe. Dein Portal für kritischen Journalismus“, Mai 2018)

Karl Marx tritt mit einer emanzipatorischen Sozialphilosophie an: Es geht darum, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ (Marx, Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie) Dem Dagegen folgt bei Marx das Dafür: „An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“ (Marx/Engels, Kommunistisches Manifest)

Die Kritik der politischen Ökonomie des Kapitalismus ist substanzlos, wenn sie nicht den humanistischen, emanzipatorischen Gehalt der Sozialphilosophie von Marx aufnimmt. Es geht um die theoretische und politisch-praktische Kritik kapitalistischer und anderer Herrschaftsverhältnisse, deren Abschaffung. Ebenso ist Sozialphilosophie substanzlos, wenn sie nicht reale politökonomische Zusammenhänge analysiert und in ihre Überlegungen einbezieht.

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Die Kunst des Lebens lernen

Blaschke, Ronald: Die Kunst des Lebens lernen, 2010 (in: Sachsens Linke, Linke Zeitung mit Beiträgen aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Parteiisch, politisch, unbequem, Maiausgabe 2010, S. 1)

Die Vorschläge von Rechten bis Linken zur Ankurbelung und antizyklischen Stabilisierung der Wirtschaft, die auf den Theorien von John Maynard Keynes fußen, kennt fast Jede/r. Keynes hat aber weiter gedacht: „Wir werden wieder diejenigen ehren, die uns lehren, der Stunde und dem Tage tugendhaft und gut gerecht zu werden, jene köstlichen Menschen, die zu einem unmittelbaren Genuß der Dinge fähig sind, die Lilien des Feldes, die sich nicht mühen und die nicht spinnen.“

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Grundeinkommen und Tätigkeitsgesellschaft. Gedanken über eine alternative Gesellschaft

Blaschke, Ronald: Grundeinkommen und Tätigkeitsgesellschaft. Gedanken über eine alternative Gesellschaft, 2010 (Vortrag in Seoul, Basic Income International Conference, Ende Januar 2010)

Ich werde im Folgenden eine mögliche Entwicklung einer Gesellschaft skizzieren, die vor folgendem Problem steht: Die weitgehend globalisierte kapitalistische Produktionsform ist aktuell mit drei Krisen beschäftigt – mit einer Wirtschaftskrise, die insbesondere eine Überproduktionskrise und Krise des globalisierten Finanzkapitals ist, einer Energie- und Umweltkrise und einer Sinnkrise hinsichtlich der primären Vergesellschaftung durch Erwerbs- und Lohnarbeit. Auf diese drei grundlegenden Krisen gibt es eine grundlegende Antwort: Es ist Zeit, dass der Mensch sich seiner primären Fähigkeit bewusst wird, nämlich seine Vernunft einzusetzen. Vernunft meint, sich darüber Gedanken zu machen, Ob, Was und Wie gesellschaftlich produziert und konsumiert werden kann und sollte. Normativ kann sich dabei an grundlegenden Werten orientiert werden: Pluralität der menschlicher Lebens- und Sinnvollzüge, individuelle Freiheit und freie Fähigkeitsentwicklung sowie ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Produktion und Konsumtion. Vor diesem Hintergrund sollen die Überlegungen um das Grundeinkommen und eine Tätigkeitsgesellschaft angestellt werden.

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Kurze Bemerkungen zum möglichen Umgang mit Bedenken gegenüber dem Grundeinkommen aus feministischer Sicht

Blaschke, Ronald ; Kipping, Katja: Kurze Bemerkungen zum möglichen Umgang mit Bedenken gegenüber dem Grundeinkommen aus feministischer Sicht2008 (eine Ergänzung zur Zusammenfassung der Ergebnisse vom überparteilichen Runden Tisch der Frauen zum Thema: Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE): Traum oder Alptraum für Frauen? – Frauenpolitische Sichtweisen -, im November 2007)

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Bedingungsloses Grundeinkommen – Ausbruch aus der Marktlogik

Blaschke, Ronald: Bedingungsloses Grundeinkommen – Ausbruch aus der Marktlogik, 2007 (autorisierter Beitrag in der Zeitschrift Berliner Debatte Initial, Jahrgang 18, 2007, Heft 2, S. 53-61)