Die Kunst des Lebens lernen

Blaschke, Ronald: Die Kunst des Lebens lernen, 2010 (in: Sachsens Linke, Linke Zeitung mit Beiträgen aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Parteiisch, politisch, unbequem, Maiausgabe 2010, S. 1)

Die Vorschläge von Rechten bis Linken zur Ankurbelung und antizyklischen Stabilisierung der Wirtschaft, die auf den Theorien von John Maynard Keynes fußen, kennt fast Jede/r. Keynes hat aber weiter gedacht: „Wir werden wieder diejenigen ehren, die uns lehren, der Stunde und dem Tage tugendhaft und gut gerecht zu werden, jene köstlichen Menschen, die zu einem unmittelbaren Genuß der Dinge fähig sind, die Lilien des Feldes, die sich nicht mühen und die nicht spinnen.“

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Grundeinkommensdebatte in Deutschland und grundsätzliche Überlegungen

Blaschke, Ronald: Grundeinkommensdebatte in Deutschland und grundsätzliche Überlegungen, 2010 (Vortrag am 27. Januar 2010 in Seoul, Sogang University, Basic Income International Conference 2010, in: Basic Income Korean Network: Basic Income for All!, Seoul 2010, S. 215-235)

Ich möchte im Folgenden eine kurze Darstellung der Debatte über ein Grundeinkommen in Deutschland seit ca. 30 Jahren geben sowie grundlegende Fragestellungen und Antworten dieser Debatte festhalten.
Dabei werden erstens politische Akteure1 in der Grundeinkommensdebatte in Deutschland aufgelistet und deren Positionen zum Grundeinkommen kurz erläutert. Zweitens werden widersprüchliche Ansätze anhand ausgewählter konkreter Begründungs- und Ausgestaltungsmerkmale für ein Grundeinkommen oder für ähnliche Transfers verdeutlicht, die in Deutschland diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund soll zum Abschluss auf grundlegend zu beantwortende Fragen in der Grundeinkommensdebatte hingewiesen werden.

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Wie wir den 1. Mai in kämpferischer Absicht feiern sollten

Blaschke, Ronald:  Wie wir den 1. Mai in kämpferischer Absicht feiern sollten, 2009 (veröffentlicht in Sachsens Linke: Zeitung mit Beiträgen aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Parteiisch, politisch, unbequem, Mai 2009, S. 1)

Als ich am 1. Mai 2005 in Dresden die Schloßstraße entlang schlenderte, las ich auf einem Banner: “So wie wir heute leben, werden wir morgen arbeiten.” Stopp mal, hieß das nicht anders – erst arbeiten, dann leben? Das Banner war an Zäunen befestigt. Junge und Ältere hatten es sich davor in Liegestühlen bequem gemacht und die Sonne genossen – mittendrin zwischen den Ständen der vielen Genossen und der Gewerkschafter. “Nö, der Spruch ist schon richtig”, meinte eine  Frau mit langem, braunem Haar. “Wir müssen doch erst mal wissen, wie wir leben wollen und was wir eigentlich brauchen, um gut zu leben. Also ist das gute  Leben Ausgangspunkt jeglicher Bestimmung und Organisation von Arbeit.” Die Kämpferinnen und Kämpfer für gute Arbeitsbedingungen drum herum hielten den  Atem an.

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Das Grundeinkommen – Grund genug, um über die Arbeit und das Menschliche nachzudenken

Blaschke, Ronald: Das Grundeinkommen – Grund genug, um über die Arbeit und das Menschliche nachzudenken, 2007 (erschienen in Das Blättchen, Zweiwochenschrift für Politik, Kunst und Wirtschaft, Heft 24, 2007)

Heerke Hummel, der im Blättchen Nr. 22 vom 2. deutschsprachigen Grundeinkommenskongress in Basel berichtete, ist grundsätzlich gegen das Grundeinkommen: Dessen BefürworterInnen würden die Bedeutung der Arbeit missachten. Zumindest das, was Heerke Hummel für Arbeit hält. Engels hat sie wie Marx als „erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens“ bezeichnet, die „den Menschen selbst geschaffen“ hat. Dies ist eine philosophische Erklärung der Arbeit als Selbsterzeugung des Menschen. Die Bearbeitung der äußeren gegenständlichen Natur schafft eine gegenständliche Welt – und der Mensch macht sich (als Mensch und Gemeinwesen) selbst zum Gegenstand.

Hummel folgt aber nicht dieser Logik, die der junge und der alte Marx mit der Analyse und Kritik der entfremdeten Arbeit konfrontierte.

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Freiheit – Liberale Demokratie – Bedingungsloses Grundeinkommen

Blaschke, Ronald: Freiheit – Liberale Demokratie – Bedingungsloses Grundeinkommen, in: Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt – Österreich, Netzwerk Grundeinkommen – Deutschland (Hrsg.): Grundeinkommen – in Freiheit tätig sein. Beiträge des ersten deutschsprachigen Grundeinkommenskongresses, Berlin 2006, S. 33-45

„Und es geht doch um ….“ Das Gespenst des Grundeinkommens

Blaschke, Ronald ; Kipping, Katja: „Und es geht doch um ….“ Das Gespenst des Grundeinkommens, 2005

(erschienen in der Zeitschrift Sozialismus, Heft 10/2005, S. 13-18)

Eine Kritik des Beitrages von Jörg Schindler und Kolja Möller „Geisterdebatten um die These vom ‚Ende der Arbeit‘ oder Weshalb die Forderung nach Vollbeschäftigung nach wie vor zentral bleibt“ (erschienen in Sozialismus, Heft 7-8/2005)

In ihrem Artikel versuchen Kolja Möller und Jörg Schindler herzuleiten, warum die Forderung nach Vollbeschäftigung gerade für Linke wieder auf die Tagesordnung gehört. Dabei polemisie­ren sie u. a. gegen die Idee eines Grundeinkommens. Unsere Kritik an diesem Artikel entzün­det sich im Wesentlichen an vier Punkten:

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Angriff von Innen

In seinem Artikel »Placebo für den Widerstand« polemisiert Ernst Lohoff gegen Linkskeynesianer und Befürworter des Grundeinkommens gleichermaßen. Lohoff zufolge ist nur eins notwendig: das Skandalisieren der grotesken Widersprüche des Kapitalismus. Damit enthüllt er vor allem sein Unverständnis für emanzipatorische und transformatorische Ansätze als Weg zu einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft. (…)