Die Kunst des Lebens lernen

Blaschke, Ronald: Die Kunst des Lebens lernen, 2010 (in: Sachsens Linke, Linke Zeitung mit Beiträgen aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Parteiisch, politisch, unbequem, Maiausgabe 2010, S. 1)

Die Vorschläge von Rechten bis Linken zur Ankurbelung und antizyklischen Stabilisierung der Wirtschaft, die auf den Theorien von John Maynard Keynes fußen, kennt fast Jede/r. Keynes hat aber weiter gedacht: „Wir werden wieder diejenigen ehren, die uns lehren, der Stunde und dem Tage tugendhaft und gut gerecht zu werden, jene köstlichen Menschen, die zu einem unmittelbaren Genuß der Dinge fähig sind, die Lilien des Feldes, die sich nicht mühen und die nicht spinnen.“

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The basic income debate in Germany and some basic reflections

Blaschke, Ronald: The basic income debate in Germany and some basic reflections, 2010 (Lecture in Seoul, January 2010, Sogang University, Basic Income International Conference 2010, in: Basic Income Korean Network: Basic Income for All!, Seoul 2010, pp 215-235)

In the following I would like to give a brief overview of the basic income debate in Germany over the past 30 years and of some of the basic questions raised and answers given in that debate.

I will first list the political actors in the basic income debate in Germany and briefly outline their positions on a basic income. Secondly, I will explain contradictory approaches to a basic income on the basis of select, specific characteristics which are used to substantiate and structure basic income or similar transfers that are being discussed in Germany. Finally, against this backdrop, I will address some fundamental questions the basic income debate needs to answer.

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Basic Income versus Minimum Income Guarantee

Blaschke, Ronald: Basic Income versus Minimum Income Guarantee, 2010 (Lecture in Seoul, January 2010, Sogang University, Basic Income International Conference 2010, in: Basic Income Korean Network: Sustainable Utopia and Basic Income in Global Era, Seoul 2010, pp 63-73)

I would like to share with you today a number of thoughts on the subject of a “basic income” versus a “minimum income guarantee”. I will begin by defining the two terms, setting out what they have in common and what separates them. Then I will examine the fundamental criticisms of a minimum income guarantee. Finally, I will address the advantages of a basic income (UBI strong) compared to a minimum income guarantee.

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Basic income and a free activity society. Thoughts on an alternative society

Blaschke, Ronald: Basic income and a free activity society. Thoughts on an alternative society, 2010 (Lecture in Seoul, January 2010)

In my speech, I shall set out possible developments for a society confronted with the following problem: the mode of production, which is largely globalised, is currently facing three crises – an economic crisis, mainly a crisis of surplus production, and of globalised finance capital, an energy and environmental crisis and a fundamental crisis of a society in which people’s primary form of participation is by means of wage and salary employment. A fundamental answer exists to these three fundamental crises: it is time for humankind to become aware of its primary skill – namely people’s capacity for rational thought. Rational thought means considering whether society should produce and consume things at all, what it should produce and consume and how it should produce it and consume it. The following fundamental values can serve as guidance: the plurality of human lifestyles and achievement of sense, individual freedom and free development of skills, together with economic, social and ecological sustainability of production and consumption.

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Grundeinkommen und Tätigkeitsgesellschaft. Gedanken über eine alternative Gesellschaft

Blaschke, Ronald: Grundeinkommen und Tätigkeitsgesellschaft. Gedanken über eine alternative Gesellschaft, 2010 (Vortrag in Seoul, Basic Income International Conference, Ende Januar 2010)

Ich werde im Folgenden eine mögliche Entwicklung einer Gesellschaft skizzieren, die vor folgendem Problem steht: Die weitgehend globalisierte kapitalistische Produktionsform ist aktuell mit drei Krisen beschäftigt – mit einer Wirtschaftskrise, die insbesondere eine Überproduktionskrise und Krise des globalisierten Finanzkapitals ist, einer Energie- und Umweltkrise und einer Sinnkrise hinsichtlich der primären Vergesellschaftung durch Erwerbs- und Lohnarbeit. Auf diese drei grundlegenden Krisen gibt es eine grundlegende Antwort: Es ist Zeit, dass der Mensch sich seiner primären Fähigkeit bewusst wird, nämlich seine Vernunft einzusetzen. Vernunft meint, sich darüber Gedanken zu machen, Ob, Was und Wie gesellschaftlich produziert und konsumiert werden kann und sollte. Normativ kann sich dabei an grundlegenden Werten orientiert werden: Pluralität der menschlicher Lebens- und Sinnvollzüge, individuelle Freiheit und freie Fähigkeitsentwicklung sowie ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Produktion und Konsumtion. Vor diesem Hintergrund sollen die Überlegungen um das Grundeinkommen und eine Tätigkeitsgesellschaft angestellt werden.

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Grundeinkommen versus Grundsicherung

Blaschke, Ronald: Grundeinkommen versus Grundsicherung, 2010 (Vortrag am 28. Januar 2010 in Seoul, Sogang University, Basic Income International Conference 2010, in: Basic Income Korean Network:
Sustainable Utopia and Basic Income in Global Era, Seoul 2010, S. 63-73)

Im Folgenden möchte ich einige Gedanken zum Thema Grundeinkommen versus Grundsicherung vortragen. Zuerst werde ich beide Begriffe definieren. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden dargestellt. Danach sollen grundsätzliche Kritiken an der Grundsicherung dargelegt werden. Begründet werden sollen drittens die Vorzüge eines Grundeinkommens (UBI strong) gegenüber der Grundsicherung.

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Grundeinkommensdebatte in Deutschland und grundsätzliche Überlegungen

Blaschke, Ronald: Grundeinkommensdebatte in Deutschland und grundsätzliche Überlegungen, 2010 (Vortrag am 27. Januar 2010 in Seoul, Sogang University, Basic Income International Conference 2010, in: Basic Income Korean Network: Basic Income for All!, Seoul 2010, S. 215-235)

Ich möchte im Folgenden eine kurze Darstellung der Debatte über ein Grundeinkommen in Deutschland seit ca. 30 Jahren geben sowie grundlegende Fragestellungen und Antworten dieser Debatte festhalten.
Dabei werden erstens politische Akteure1 in der Grundeinkommensdebatte in Deutschland aufgelistet und deren Positionen zum Grundeinkommen kurz erläutert. Zweitens werden widersprüchliche Ansätze anhand ausgewählter konkreter Begründungs- und Ausgestaltungsmerkmale für ein Grundeinkommen oder für ähnliche Transfers verdeutlicht, die in Deutschland diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund soll zum Abschluss auf grundlegend zu beantwortende Fragen in der Grundeinkommensdebatte hingewiesen werden.

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Wie wir den 1. Mai in kämpferischer Absicht feiern sollten

Blaschke, Ronald:  Wie wir den 1. Mai in kämpferischer Absicht feiern sollten, 2009 (veröffentlicht in Sachsens Linke: Zeitung mit Beiträgen aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Parteiisch, politisch, unbequem, Mai 2009, S. 1)

Als ich am 1. Mai 2005 in Dresden die Schloßstraße entlang schlenderte, las ich auf einem Banner: “So wie wir heute leben, werden wir morgen arbeiten.” Stopp mal, hieß das nicht anders – erst arbeiten, dann leben? Das Banner war an Zäunen befestigt. Junge und Ältere hatten es sich davor in Liegestühlen bequem gemacht und die Sonne genossen – mittendrin zwischen den Ständen der vielen Genossen und der Gewerkschafter. “Nö, der Spruch ist schon richtig”, meinte eine  Frau mit langem, braunem Haar. “Wir müssen doch erst mal wissen, wie wir leben wollen und was wir eigentlich brauchen, um gut zu leben. Also ist das gute  Leben Ausgangspunkt jeglicher Bestimmung und Organisation von Arbeit.” Die Kämpferinnen und Kämpfer für gute Arbeitsbedingungen drum herum hielten den  Atem an.

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