Solidarische Ökonomie und Grundeinkommen

Blaschke, Ronald: Solidarische Ökonomie und Grundeinkommen, 2016

Kennen Sie die Geschichte vom Zaunstreichen in Tom Sawyers Abenteuer? Tom hatte mal wieder über die Stränge geschlagen. Daraufhin wurde er von seiner Tante bei schönstem Wetter zum Streichen eines Zaunes verpflichtet. Strafarbeit also und ein Zwang das zu tun, worauf Tom gar keine Lust hatte. In Erwartung der ihn dafür hänselnden Freunde sann Sawyer nach einer Lösung, um diese Schmach abzuwenden. Er strich den Zaun nun mit größter Sorgfalt und mit kunstvoller Hingabe. Ja, das Streichen wurde augenscheinlich zu einer kreativen, mit Lust und Liebe ausgeführten Arbeit. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten. Statt Tom zu hänseln, bat ihn ein Spielkamerad, der auf dem Weg zum Badesee war, auch mal Streichen zu dürfen. Er gab Tom dafür sogar einen Apfel. Andere Freunde kamen am Zaun vorbei. Auch sie gaben Tom dafür etwas, einmal den Zaun streichen zu dürfen.

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Für ein Grundeinkommen, wider die Froschperspektive

Blaschke, Ronald: Für ein Grundeinkommen, wider die Froschperspektive, 2010 (Beitrag mit Katja Kipping in „Blätter für deutsche und internationale Politik“ 6/2010)

In der April-Ausgabe 2010 der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ kritisierte Daniel Kreutz die Idee eines Grundeinkommens nicht zuletzt mit ihrer Instrumentalisierbarkeit: Weil das Grundeinkommen von neoliberaler Seite missbraucht werden könne, sollten Linke lieber die Finger davon lassen. Darauf antworten Katja Kipping und Ronald Blaschke: „Für ein Grundeinkommen, wider die Froschperspektive“ (in „Blätter“ 6/2010, Seite 37-40)

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Denk’mal Grundeinkommen! Geschichte, Fragen und Antworten einer Idee

Blaschke, Ronald: Denk’mal Grundeinkommen! Geschichte, Fragen und Antworten einer Idee, 2010 (in: Blaschke, Ronald ; Otto, Adeline ; Schepers, Norbert (Hrsg.): Grundeinkommen: Geschichte – Modelle – Debatten. Berlin 2010, S. 9-292)

Begriff des Grundeinkommens, Geschichte der Idee, Protagonist/-innen, verschiedene Themenbereiche im Zusammenhang mit dem Grundeinkommen

Grundeinkommensdebatte in Deutschland und grundsätzliche Überlegungen

Blaschke, Ronald: Grundeinkommensdebatte in Deutschland und grundsätzliche Überlegungen, 2010 (Vortrag am 27. Januar 2010 in Seoul, Sogang University, Basic Income International Conference 2010, in: Basic Income Korean Network: Basic Income for All!, Seoul 2010, S. 215-235)

Ich möchte im Folgenden eine kurze Darstellung der Debatte über ein Grundeinkommen in Deutschland seit ca. 30 Jahren geben sowie grundlegende Fragestellungen und Antworten dieser Debatte festhalten.
Dabei werden erstens politische Akteure1 in der Grundeinkommensdebatte in Deutschland aufgelistet und deren Positionen zum Grundeinkommen kurz erläutert. Zweitens werden widersprüchliche Ansätze anhand ausgewählter konkreter Begründungs- und Ausgestaltungsmerkmale für ein Grundeinkommen oder für ähnliche Transfers verdeutlicht, die in Deutschland diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund soll zum Abschluss auf grundlegend zu beantwortende Fragen in der Grundeinkommensdebatte hingewiesen werden.

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Wie wir den 1. Mai in kämpferischer Absicht feiern sollten

Blaschke, Ronald:  Wie wir den 1. Mai in kämpferischer Absicht feiern sollten, 2009 (veröffentlicht in Sachsens Linke: Zeitung mit Beiträgen aus Politik, Wirtschaft, Kultur. Parteiisch, politisch, unbequem, Mai 2009, S. 1)

Als ich am 1. Mai 2005 in Dresden die Schloßstraße entlang schlenderte, las ich auf einem Banner: “So wie wir heute leben, werden wir morgen arbeiten.” Stopp mal, hieß das nicht anders – erst arbeiten, dann leben? Das Banner war an Zäunen befestigt. Junge und Ältere hatten es sich davor in Liegestühlen bequem gemacht und die Sonne genossen – mittendrin zwischen den Ständen der vielen Genossen und der Gewerkschafter. “Nö, der Spruch ist schon richtig”, meinte eine  Frau mit langem, braunem Haar. “Wir müssen doch erst mal wissen, wie wir leben wollen und was wir eigentlich brauchen, um gut zu leben. Also ist das gute  Leben Ausgangspunkt jeglicher Bestimmung und Organisation von Arbeit.” Die Kämpferinnen und Kämpfer für gute Arbeitsbedingungen drum herum hielten den  Atem an.

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Globale Soziale Rechte als Globale Politische Rechte der WeltbürgerInnen und das Bedingungslose Grundeinkommen

Blaschke, Ronald: Globale Soziale Rechte als Globale Politische Rechte der WeltbürgerInnen und das Bedingungslose Grundeinkommen, 2008  (erschienen in Klautke, Roland ; Oehrlein, Brigitte (Hg.): Globale Soziale Rechte. Zur emanzipatorischen Aneignung universaler Menschenrechte, Hamburg 2008, S. 56-74)

1. Was politisch getan werden kann, muss zuvor gedacht werden können

Hannah Arendt legte in ihrem Buch „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ dar, dass die tätigste menschliche Aktivität das Denken sei. Gemeint ist Denken nicht als Funktion des Gehirns oder als wissenschaftliches Tun um Fakten, sondern als Reflektieren von Welt- und Sinnhaftigkeit menschlichen Daseins. Nun mögen bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse zu bestimmten Gedanken drängen. Diese müssen dennoch gedacht (zerlegt, kombiniert, geprüft) werden. Darüber hinaus kann utopisches Denken aufzeigen, dass ein Jenseits zur heutigen Verfasstheit der Welt bereits als Möglichkeit im Diesseits zu finden ist und erkundet, wie die Möglichkeit zur Wirklichkeit werden kann. (…)

Kurze Bemerkungen zum möglichen Umgang mit Bedenken gegenüber dem Grundeinkommen aus feministischer Sicht

Blaschke, Ronald ; Kipping, Katja: Kurze Bemerkungen zum möglichen Umgang mit Bedenken gegenüber dem Grundeinkommen aus feministischer Sicht2008 (eine Ergänzung zur Zusammenfassung der Ergebnisse vom überparteilichen Runden Tisch der Frauen zum Thema: Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE): Traum oder Alptraum für Frauen? – Frauenpolitische Sichtweisen -, im November 2007)

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Solidarische Ökonomie und Bedingungsloses Grundeinkommen

Blaschke, Ronald: Solidarische Ökonomie und Bedingungsloses Grundeinkommen, 2008 (erschienen in  Gottschlich, Daniela ; Rolf, Uwe ; Werning, Rainer ; Wollek, Elisabeth (Hg.): Reale Utopien. Perspektiven für eine friedliche und gerechte Gesellschaft, Köln 2008, S. 82-95)

Das Interesse am Thema Solidarische Ökonomie ist seit den Entwicklungen in Lateinamerika und seit dem Berliner Kongress zur Solidarischen Ökonomie im November 2006 gestiegen. Im folgenden Beitrag sollen das Verständnis der Solidarischen Ökonomie und der Zusammenhang von Bedingungslosem Grundeinkommen und Solidarischer Ökonomie diskutiert werden. Es wird die grundlegende These vertreten, dass erst ein Bedingungsloses Grundeinkommen die Potenziale der Solidarischen Ökonomie zur Entfaltung bringen kann.

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